Eine Tasse meine Tasse

Beim Einlesen in das Thema rund um den Minimalismus stieß und stoße ich immer wieder auf die Seite von Leo Babauta. Er ist für mich der wohl inspirierendste und einflussreichste Minimalist. In seinem seiner Beiträge über Sauberkeit und wie man die Wohnung einfach aufgeräumt hat, schreibt er, was auch Zen Mönche sagen: “Wash your bowl immediately.”

TasseIch mochte das schon immer, denn der Geschirrspüler an sich ist mir ein Dorn im Auge. Er schluckt, was dreckig ist, braucht dadurch aber Unmengen an Geschirr, denn bei der nächsten Mahlzeit hat er noch nicht alles gewaschen. Ist er fertig, muss ich endlos aus- und verräumen, bis ich das neue dreckige Geschirr wieder einräumen kann. Ich verbrauche wegen ihm 3 Tassen am Tag, unzählige Löffel und Messer, denn damit es hier aufgeräumt ist, verschwinden die nach jeder Nutzung im Rachen des Geschirrspülers.

Keine Frage, als Familie ist er sinnvoll, vor allem am Wochenende, wo alle daheim sind und zu jeder Mahlzeit viel Geschirr verwendet wird. Dennoch ist er nicht mein bester Haushaltsfreund. Und ich gebe zu: Ich wasche gern ab, vor allem im Winter, da wird mir immer warm dabei.

So beschloss ich zumindest für mich zu versuchen mit nur einer Tasse, einer Schüssel, einem Glas über den Tag zu kommen. Das tue ich nun seit geraumer Zeit. Es funktioniert gut, seitdem ich auch allen mitgeteilt habe, dass auch sie meine Tasse nicht wegräumen sollen, weil ich sie lieber kurz durchspüle und weiter verwende.

Das Ziel wäre nun die unzähligen Tassen im Schrank (ja, ich hab sie noch alle) zu entsorgen. Zumindest so weit, dass genug für uns und für die sporadischen Besucher da ist. Aber dazu bräuchte es das gleiche Verhalten der anderen Familienmitglieder und das ist nicht so einfach zu erreichen. Ich kann ihnen das ja nicht einfach so abverlangen und als “so machen wir das jetzt” überstülpen. Also wasche ich weiter jeden Tag meine Tasse ab, trinke aus ihr morgens meinen Kaffee, später den Tee und nachmittags wieder Kaffee. Ich habe ein Glas, dass ich den ganzen Tag über stehen habe damit ich ausreichend Wasser trinke. Wir haben 4 farbige Schüsseln – für jeden eine – die wir täglich verwenden für Müsli & Co, die sind aus Bambus und wir möchten sie nicht in den Geschirrspüler geben. Auch die wasche ich nach jeder Nutzung gleich ab. Das ist keine Hexerei und es ist wesentlich angenehmer, sie für jede Mahlzeit parat zu haben, als immer neues Geschirr zu nehmen. Vor allem für die Kinder ist das praktisch, denn sie haben ja so ihre Lieblingsgläser, Lieblingslöffel (die ohne Schnörkel bitte!) etc. Wenn das immer gleich abgewaschen ist, gibt es keine Dramen, weil die Dinge im Geschirrspüler schlummern.

Bei Courtney von Be more with less habe ich gerade gestern die Mini Mission “One is enough” gelesen. Dabei geht es genau darum: Von den Dingen, die wir täglich verwenden, nur noch eines zu besitzen. Weil eines genug ist. Also vielleicht weite ich das ganze nun auch auf Besteck und Teller aus. Aber wie gesagt – so lange die Familie nicht mitzieht, ist es teilweise schwierig bzw. zeigt nicht den gewünschten Effekt. Und letztendlich braucht man ja doch Reserven, weil man ja hin und wieder Besuch hat. Aber sagen wir mal so: Als Herr Klein unlängst beim übereifrigen Tischdecken zwei Teller fallen ließ, war ich weniger betrübt als erfreut über die ungewollte Ausmistung.

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