Und sie vermissen nichts

Das Spielzeug der Kinder. Ein heiliges und heißes Thema, wenn es um Minimalismus geht. Ich kann vorab beruhigen: Es geht nicht darum, gar kein Spielzeug mehr zu haben. Das wäre zu viel und hieße, wir würden den Kindern einen Lebensstil aufzwängen, den sie so nicht wünschen. Und abgesehen davon: wir haben ja auch noch unser Handy, Laptop, Bücher etc. Wir behalten auch unsere Spielsachen.

Wichtig ist es die Spielsachen der Kinder so zu reduzieren, dass sie:

  • gern spielen
  • ihre Spielsachen finden
  • wissen, wohin sie beim Aufräumen gehören
  • das, was sie haben, wertschätzen (und entsprechend behandeln)
  • selbst einen Überblick über ihre Sachen haben.

Wenn Kinder nur alles ausleeren, Chaos veranstalten und Dinge durch die Gegend werfen, kann das ein Zeichen von zu viel Zeug sein. Es gibt sicher viele Gründe für dieses Verhalten, aber eines davon kann gut ein Überfluss und Übermaß an Spielsachen sein.
Ebenso frustriert es die Kinder, wenn sie etwas suchen, aber im eigenen Chaos nicht finden. Und wenn wir uns sagen hören: “Ja, musst halt suchen. Kein Wunder bei Deinem Chaos, dass Du alles verschlampst!” dann sollten wir uns selbst zwicken und sagen: Stoppe das Chaos und den Überfluss. Denn wir sind es, die das Ausmaß in der Hand haben. Nur wir können Menge und Vielfalt beeinflussen.

Nun ist es nicht leicht, herauszufinden, womit die Kinder gern spielen und was von all dem sie wirklich brauchen. Was habe ich getan?

Ich habe Kategorien im Kopf angelegt. Womit spiele die Kinder gern?

Lego, Playmobil, Brio, gewisse Bausteine, Puzzle, Autos, Tiere.

Alles, was nicht in diese Kategorien fällt, habe ich nach und nach entsorgt. Im Keller steht die Autorennbahn, die fast nie bespielt wird. Der Bauernhof, den sie nie aufbauen und wenn, dann stehen lassen und zerstören. Was hier ein halbes Jahr ungefragt steht, wandert davon.
Kleinzeug aus Überraschungseiern, Zeitschriften, Belohnungen von Ärzten, Mitbringsel von Kindergeburtstagen etc. habe ich ohne zu überlegen entsorgt. Da ist die Freude im Moment des Erhaltens am Größten, später vergessen sie oft, was sie da bekommen haben. Meine Kinder meist schon am Heimweg, spätestens am nächsten Tag.

Alle bespielten Kategorien habe ich in Boxen bzw. offen im Regal verstaut, aber so offen, dass man den Inhalt klar erkennt und dass er gut zugänglich, gleichzeitig klar aufzuräumen ist.

Das hat dazu geführt, dass zumindest das Aufräumen recht schnell und einfach geht. Playmobil in die Kiste, die Tiere in die Kiste. Fertig. Ein scheinbares Chaos schnell gebannt. Und dann bin ich auch schon zufrieden. Im Spiel dürfen sie Chaos veranstalten, das gehört dazu. Aber es muss in meinen Augen dennoch schnell aufräumbar sein, so dass zumindest zwischendurch immer wieder Klarheit und visuelle Ruhe herrscht.

Und interessanterweise vermissen sie nichts von all dem, was ich dabei schon entsorgt habe. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass sich immer klarer abzeichnet, womit sie gern und viel spielen. Es war wie das Entfernen von Unkraut. Gibt den Pflanzen mehr Raum zum Atmen, mehr Platz zum Blühen und zum Gesehen werden.
Und das hilft mir nun im zweiten Schritt weiter zu reduzieren. Besser zu erkennen, was sie wirklich brauchen und was doch auch noch weg kann. Denn ich sehe noch immer ein “zu viel” im Kinderzimmer. Aber dazu beim nächsten Mal.

Wie geht es Euch mit den Spielsachen Eurer Kinder? Seid Ihr zufrieden mit der Menge, mit der Vielfalt? Würdet Ihr gern reduzieren? Was hält Euch ab, was glaubt Ihr ist das Problem?

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