Lass nicht den Haushalt Haushalt sein…

Immer wieder bekommt man gerade als Eltern gesagt, man solle die Zeit mit den Kindern genießen. Die Wäsche kann warten, das Kind nicht. Das stimmt zwar so, aber langfristig halte ich das für keine gute Strategie mehr genussvolle Zeit miteinander zu verbringen.

Denn wenn hier der Haushalt liegen bleibt, dann werde ich innerhalb kürzester Zeit zum genervten Reizmonster. Es hat lange gebraucht, bis ich das erkannt habe. Aber da unsere Kinder so wundervolle Spiegel sind, habe ich eines Tages entnervt geschrien: “Was ist denn mit Euch heute los?” um mich dann im gleichen Atemzug selbst zu fragen: “Was ist denn mit mir heute los?” Und dann setzte ich mich hin und fragte mich, was mich so unrund und genervt machte. Und ich sah mich um und überall lag Zeug, auf dem Küchentisch standen die Frühstücksreste, die Küche war ein Saustall, der Wäscheständer stand (noch dazu schief) im Wohnzimmer, in der Waschmaschine wartete die nächste Ladung zum Aufhängen auf mich, auf der Kücheninsel stapelte sich Zettelwirtschaft und von den Kinderzimmern will ich gar nicht erst reden. Von da an wusste ich: Ich brauche es äußerlich ruhig um innerlich ruhig sein zu können. Ich brauche Ordnung und Sauberkeit, Ruhe und dennoch Gemütlichkeit.

In letzter Zeit räume ich regelmässig morgens und auch abends noch auf. Aber es geht viel schneller, es macht viel mehr Freude als früher. Es ist nicht mehr diese Belastung des Müssens, sondern ich tue es gern, weil ich weiß, dass ich mich danach besser fühle. und mehr noch: Weil die Dinge ihren Platz haben, ist das Aufräumen wesentlich leichter geworden.

Ich schlage also vor, dass wir nicht den Haushalt liegen lassen, sondern dass wir ihn auf das Nötigste reduzieren. Damit schaufeln wir uns wirklich Zeit frei. Zeit, die wir dann mit anderen, schöneren Dingen verbringen können. Und das noch mehr genießen können, weil es um uns herum schön aussieht.

 

2 Gedanken zu „Lass nicht den Haushalt Haushalt sein…

  1. EXACTLY!
    Das ist genau, warum ich den Wunsch nach Minimalismus verspüre – was mir eben leider nicht naturgegeben ist und daher echtes Umdenken und an mir arbeiten erfordert.
    Ich finde, auch mal etwas liegen zu lassen, ist dennoch ein guter Tip an Neumamas, denn es ist ja ein großer Schritt, sein Leben umzustellen von “alles perfekt und sofort” zu einem Leben mit Kind. Auf lange Sicht ist einfach liegen lassen natürlich aber Mist, wenn man nicht immer wieder Hilfe hat oder ganze Tage nur Haushalt machen will oder kann. Daher kam dann auch mein Wunsch nach weniger Zeug. Je weniger Zeug desto weniger Aufräumen. Und dieses “in Runden immer mal ein bißchen” aufräumen etc. hat mein Leben enorm verbessert! Denn so bleibt es auch schön.
    Ich arbeite noch am Ausmisten. Das ordentlich halten der bereits “guten” Zimmer oder Ecken läuft relativ gut. 🙂
    Liebe Grüße!

  2. Ganz genauso geht es mir auch!!!! Danke, dass du es so gut auf den Punkt gebracht hast!!
    Ich nutze unseren bevorstehenden Umzug zum Ausmisten – trenne mich von Altlasten und bestimme Orte, an denen Dinge ihren festen Platz haben.

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