Regal (r)ausmisten – manchmal geht’s nur radikal

Das Ausmisten ist ein langer Prozess. In der ersten Runde trennt man sich selten von allem Ballast. Immer und immer wieder dreht man seine Runden durch die Wohnung, stellt fest: Ach, das könnt ja doch weg, ach, das brauch ich doch nicht mehr. Und dann gibt es die Ecken, die wollen so gar nicht leerer und übersichtlicher werden, egal wieviel wir dort wegnehmen.

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Mir ging das mehrfach so. Mit dem Regal im Wohnzimmer direkt hinter dem Sofa. Mit dem großen Schrank im Schlafzimmer. Mit einem Regal neben dem Schreibtisch. Ich räumte und räumte, versuchte neue Ordnungen zu schaffen, besser zu sortieren und zu stellen. Hin und her schob ich die Dinge. Nahm zwei weg und stellte ein anderes dazu. Aber es wurde und wurde nicht ruhiger, nicht leerer und schon gar nicht sichtbar weniger. Bis mir immer irgendwann das große Licht aufging: Das ganze Ding muss weg. Das Regal. Der Schrank. Das ist das Problem und nicht die kleinen Dinge darin.

Also fand ich für die Dinge einen neuen Ort. Einige entsorgte ich bei der Möbelräumung dann doch komplett. Andere verstaute ich an anderen Orten, machte dann andernorts neue Ordnung. Das Bettzeug, das im Schrank gelagert war, lagert nun in Aufbewahrungssäcken unter dem Bett, wo sowieso großer Stauraum ist. Das Bücherregel hält nun die reduzierte Anzahl Bücher aus eins 2 Regalen. Zeitschriften werden nicht mehr im Regal zum Verstauben dargestellt, sondern nach dem Auslesen weitergegeben, verschenkt oder weggeworfen.

Wir scheuen uns oft davor das ganz große Bild zu verändern. Dabei ist es diese Radikalität die es braucht, um wirkliche Veränderung zu erzeugen. Auch im Leben. Ich kann hundertmal die Kassenzettel aus meiner Geldbörse räumen und sie damit “ausmisten”. Ich kann mir aber auch eine kleinere Geldbörse zulegen, in der gar kein Platz ist für Kassenzettel und diese dann gleich entsorgen. Ich kann mir noch tausendmal vornehmen seltener aufs Handy zu schauen – die wirkungsvollste Methode das zu erreichen ist das Ausschalten des Handys über einen längeren Zeitraum. Ich kann mir ewig vornehmen weniger Süßkram zu essen. Aber was ist wenig, was ist viel? In Wirklichkeit hilft nur die Reduktion von Zucker generell.

Es ist gut klein anzufangen beim Ausmisten um überhaupt erst einmal Erfolge zu sehen und weiter Mut zu sammeln. Aber wenn wir nicht weiterkommen und anstehen, dann ist es Zeit, dass wir radikal werden. Einen Schritt nach hinten treten und das große Licht einschalten.

Wo könnt Ihr heute radikale Veränderung schaffen, wo Ihr gestern noch frustriert herumgeräumt habt ?

Ein Gedanke zu „Regal (r)ausmisten – manchmal geht’s nur radikal

  1. Ich überlege seit Wochen an unserem Wohnzimmer herum. Ich möchte am liebsten 60% der Schränke raus haben, ein anderes Sofa hin, mehr Platz für Spielzeug schaffen, und zwar nicht wie jetzt in zweiter Reihe vor den Schränken. Aber ich hadere noch mit mir. Ich mag die Möbel, habe die schon lange. Man kann sie nicht nachkaufen, wenn man doch wieder umzieht – und fürs neue kaufen von Möbeln fehlt auch das Geld. Also möchte ich gewissermaßen auch meine Ressourcen behalten. Zudem wäre es ein sehr großer Schritt. Unser Wohnzimmer wäre anschließend vollkommen anders, auch anders als bei anderen und anders, als wir es gewohnt sind. Auf der anderen Seite liebe ich es sehr, daß das Wohnzimmer auch das beliebteste Spielzimmer ist und mich nerven die vielen Schränke. Ich wünsche mir Klarheit, weniger Höhe Schränke, Luft. Noch fehlt der allerletzte Anstoß, aber ich weiß, ich mache das. Bald. Hoffe ich. Danke für Deinen neuen Denkanstoß. Er gibt mir etwas Mut, es doch noch mal ernsthaft in Erwägung zu ziehen. <3

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